Pressemitteilung – AfD will Eltviller Stolpersteine digital sichtbar machen

AfD will Eltviller Stolpersteine digital sichtbar machen – „Aus 54 Namen sollen wieder 54 Lebensgeschichten werden“

Die AfD-Fraktion in der Eltviller Stadtverordnetenversammlung will die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus stärker in die digitale Gegenwart holen. Mit dem Antrag „Stolpersteine digital – Eltville muss hessenweite Vorreiterrolle übernehmen“ soll sich Eltville als erste hessische Kommune an der App „Stolpersteine Digital“ beteiligen.

In Eltville erinnern derzeit 54 Stolpersteine an Menschen, die während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgt und ermordet wurden. Dazu erklärt der AfD-Fraktionsvorsitzende Frank Grobe: „Wir möchten, dass zu jedem dieser Stolpersteine GPS-Koordinaten, Fotografien und weiterführende biografische Informationen zusammengetragen und digital zugänglich gemacht werden. Denn ein Name und einige wenige Daten auf einem Stolperstein können nur der Anfang der Erinnerung sein. Wir wollen den Menschen dahinter wieder sichtbar machen: Wer war er? Wo lebte und arbeitete er? Was geschah mit seiner Familie? Aus 54 Namen sollen wieder 54 Lebensgeschichten werden.“

„Wir sehen darin zugleich die Möglichkeit für ein gemeinsames lokales Geschichtsprojekt. Stadtarchiv, Schulen, Schüler und ehrenamtlich engagierte Bürger könnten bei der Erforschung und Aufarbeitung der Biografien zusammenarbeiten. Dadurch wird Geschichte vor Ort erfahrbar. Die Opfer hätten nicht irgendwo gelebt, sondern in den Straßen und Häusern Eltvilles. Die App existiert bereits. Sie wurde ursprünglich in Schleswig-Holstein entwickelt; weitere Bundesländer beteiligen sich inzwischen. Hessen ist bislang nicht vertreten. Gerade deshalb will die AfD-Fraktion nicht auf eine landesweite Lösung warten, sondern Eltville zum Vorreiter machen.“

Grobe weiter: „Erinnerungskultur darf nicht in Ritualen erstarren. Sie muss gerade junge Menschen erreichen und dafür auch die Möglichkeiten unserer Zeit nutzen. Warum warten, bis irgendwann eine hessenweite Lösung kommt? Eltville kann jetzt vorangehen und anderen Kommunen zeigen, wie digitale Erinnerungskultur vor Ort funktionieren kann.“ „Daher ist es für uns unverständlich, dass von CDU, SPD und Grünen bereits im Haupt- und Finanzausschuss eine ablehnende Haltung dem Antrag entgegengebracht wurde. Dort seien u. a. Datenschutz, eine angeblich schwierige Bedienbarkeit der Apps, Wikipedia-Bezüge einzelner Biografien und zusätzlicher Verwaltungsaufwand als Einwände vorgebracht worden.“ Für uns überzeugen diese Argumente nicht. Denn die digitale Aufbereitung könne weitgehend auf bereits vorhandenen Strukturen aufbauen und durch ehrenamtliches Engagement unterstützt werden. Auch die im Antrag vorgesehene Öffentlichkeitsarbeit beschränke sich im Wesentlichen darauf, das Projekt bekannt zu machen und andere hessische Kommunen zur Nachahmung zu bewegen.

„Es geht letztendlich um ein überschaubares Projekt mit einem großen erinnerungspolitischen Nutzen. Eltville hat die Chance, hessenweit ein Zeichen zu setzen. Diese Chance sollten wir nicht aus parteipolitischen Gründen verstreichen lassen“, sagte Grobe.

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